Hollywood in Spich

 
Vom 23. bis zum 28.05.05 waren die Nächte in Spich nicht so ruhig wie sonst. Laute Explosionen, Feuerschein, Rauch…Was war passiert?

Zunächst einmal Entwarnung! Alles in Ordnung, aber jetzt von Anfang an!
Im ehemaligen Camp Spich wurde auf über 3000 Quadratmetern eine ZDF-Fernseh-Produktion gedreht. Thema: Die Dresdner Bombennacht vom 13. Februar 1945. Für diese aufwändige Produktion wurden Teile der alten Kasernengebäude eingerissen und zusätzlich mit täuschend echten Bühnenbildern zu einem Dresdener Straßenzug im zweiten Weltkrieg umgebaut - mit Schutt, Geröll und natürlich jeder Menge Feuer. Über 100 Fenster der Häuserfassaden wurden von der Rückseite aus mit Gasbrennern unter Feuer gesetzt, so dass von vorne der Eindruck entstand, dass die Gebäude in Flammen stehen würden. Über ein "Mischpult" konnten die Pyrotechniker das Geschehen genauestens steuern und haben insgesamt ca. 15.000 Liter eines Spezialgemisches verbrannt.
Und wo mit Feuer gearbeitet wird, da ist natürlich auch die Feuerwehr. Trotz aller Professionalität, Erfahrung und besonders brandfester Kulissen kann eine solche Aktion nicht ohne eine Brandsicherheitswache durchgeführt werden. So wurde für die Zeit der Dreharbeiten von der Stadt Troisdorf eine solche Brandsicherheitswache angeordnet, die sowohl mit hauptamtlichen Kräften der Feuer- und Rettungswache, als auch mit großer Unterstützung der Löschgruppe Spich besetzt war. An zwei der sechs Drehtagen wurde die komplette Besatzung aus Spich gestellt, die mit acht Einsatzkräften vor Ort waren. Die Schicht dauerte jeweils von 20 Uhr abends bis gegen 6 Uhr morgens. Klar, dass eine Bombennacht nicht tagsüber gedreht werden kann.
Aber welche Aufgaben haben Feuerwehrleute bei einer Brandsicherheitswache dieser Art? Bestimmte festgelegte Punkte des Drehortes wurden direkt mit einsatzbereiten Kräften besetzt, um bei Bedarf die Kulissen zu kühlen bzw. angekokelte Stellen abzulöschen. Durch die ständige Aufheizung des Holzes kam es vor, dass selbst nach Ende der Dreharbeiten ein Schwelbrand entstand, der dann abgelöscht werden musste. Kein Wunder, da die Temperatur der Feuerfront teilweise über 3000 Grad lag.
Die Drehtage verliefen reibungslos und waren eine Abwechselung zum "alltäglichen" Feuerwehrdienst. Schließlich konnten wir ein bisschen Filmluft schnuppern und Stars wie Heiner Lauterbach und Felicitas Woll in Action sehen. Eine Erfahrung der anderen Art.